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Foto Friday – Xiaomi Yi HD RAW komfortabel in DNG konvertieren

In meinem letzten Foto Friday habe ich ja schon über die Möglichkeit geschrieben mit der Xiaomi YI Fotos im RAW Format aufzunehmen. Im dort referenzierten Beitrag im Dashcam Forum gibt es auch gesammelte Tools zum Postprocessing:

https://dashcamtalk.com/forum/threads/the-definitive-xiaomi-yi-raw-guide.13079/

Das Vorgehen, das dort beschrieben wird ist jedoch mit einigem manuellen Aufwand verbunden. Wer Photoshop und/oder Lightroom nutzt, der bekommt dort auch ein Lens Profile. Da ich das nicht nutze ist das für mich nicht interessant, könnte aber ganz praktisch sein.

Auf der Seite http://www.tawbaware.com/xiaomiyi.htm gibt es ebenfalls noch ein paar gute Tipps über das Hacking der Yi und auch ein Skript um die RAWs umzuwandeln (leider nur die unkomprimierten, die per Skript, Einzelfoto oder Timer, nicht aber Burstmodus oder der Standard Timelapse-Modus, erstellt werden). Das finde ich das beste und einfachste Tool. Die Einrichtung ist aber nicht ganz intuitiv weil man sich die Programme noch zusammensammeln muss und entsprechend einrichten, sodass es einfach zu bedienen ist (ist dort im Grunde fast alles beschrieben, allerdings nicht als zusammenhängende Anleitung und an verschiedenen Stellen):

  1. Unten auf der Seite http://www.tawbaware.com/xiaomiyi.htm gibt es ein ZIP-File herunterzuladen:
  2. Den Inhalt entpackt man sich bestenfalls in einen Ordner auf C:\. Im Skript ist der Ordner C:\utilities vorgesehen, ich habe meinen Tools genannt. In den gleichen Ordner habe ich die beiden Programme raw2dng und exiftool gepackt. Die muss man sich nochmal separat besorgen.
  3. Raw2dng bekommt man auf der Seite http://e2500.narod.ru/raw2dng_e.htm (Download als .7z-File, man benötigt also 7-zip oder ein kompatibles Entpackprogramm). Hierin sind mehrere Dateien enthalten:
    Gebraucht wird aber nur die Datei raw2dng.exe, welches die Kommandozeilenversion ist. Der Download aus dem Dashcam-Forum nutzt z.B. die raw2dng_en.exe, welches die Version mit einer grafischen Oberfläche ist.
  4. Exiftool bekommt man auf der Seite http://www.sno.phy.queensu.ca/~phil/exiftool/. Hier lädt man sich die Windows-Executable herunter:
    Die Datei dann in den gleichen Ordner wie die anderen Dateien entpacken und wie auf der Seite beschrieben in exiftool.exe umbenennen.
  5. Im Skript selbst muss man nun die Pfade zu den Programmen eintragen. Dazu die xiaomi_dng.bat mit dem Texteditor der Wahl öffnen und in den Zeilen 33 und 34 den Pfad anpassen. Bei mir wäre das:
    Und wo wir dort gerade sind: Standardmäßig ist die Ausgabe des Skripts sehr umfangreich. Deswegen am besten in der ersten Zeile das „rem“ entfernen, also die Zeile
    @rem echo off
    ändern in
    @ echo off
  6. Nun wäre das Tool schon einsatzbereit indem man die RAW-Dateien einfach auf die BAT-Datei zieht. Aber man kann sich das Leben noch etwas komfortabler machen indem man einen neuen „Senden an…“ Eintrag im Windows Explorer Kontextmenü hinzufügt. Dazu öffnet man einen Windows Explorer und fügt in die Adresszeile
    shell:sendto
    ein. Das ist ein Shortcut für den Ordner C:\Users\<username>\AppData\Roaming\Microsoft\Windows\SendTo
    Dort fügt man jetzt einfach eine Verknüpfung zur xiaomi_dng.bat ein (z.B. „Rechtsklick – Verknüpfung erstellen“ oder Drag & Drop unter festhalten der Alt-Taste). Den Namen der Verknüpfung kann man frei wählen, ich habe mich z.B. für „Xiaomi RAW 2 DNG Converter“ entschieden.
  7. Jetzt kann man ganz einfach seine RAWs im Windwos Explorer markieren und im Kontextmenü an den Converter senden:
  8. Es öffnet sich ein Command Fenster und die Dateien werden verarbeitet. Am Ende wird dann die Meldung „Conversion Complete“ ausgegeben und mit einer beliebigen Taste kann das Fenster geschlossen werden:

Komprimierte RAWs

Das Prozedere funktioniert wie schon gesagt leider nur für die unkomprimierten RAWs (um die 31 MB), nicht für die 13 MB großen komprimierten.

Dashcam User AndreaPaco hat ein wenig Zeit investiert um auch die komprimierten, 13 MB großen Files nutzbar zu machen. Mit den folgenden Einstellungen für raw2dng kann man zumindest das Bild erahnen, es ist aber weit entfernt von nutzbar:

13492224, 0, 4608, 3456, 7, 3904, 16, 4, XIAOMI-YI-COMP

Siehe: https://dashcamtalk.com/forum/threads/the-definitive-xiaomi-yi-raw-guide.13079/page-4#post-250926

Das Ergebnis sieht wie folgt aus:

Auf der linken Seite ist das Bild grob zu erkennen. Mehr aber auch nicht. Leider ist dort seit Mai 2016 nichts mehr passiert, sodass ich hier keine Hoffnung mehr habe (vor allem auch, da ja der Nachfolger mit der Yi 4K schon lange raus ist und dessen Nachfolger auch in den Startlöchern steht).

Rotstich

Sollte das RAW sehr rotstichig sein, so hat die Umwandlung mit dem Exiftool nicht funktioniert:

Sollte eher so aussehen (nach erfolgreicher Umwandlung):

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Foto Friday – Xiaomi Yi RAW Photography

Im Dashcam Forum wird (bzw. wurde) viel über die Yi diskutiert, u.a. auch über die Aufnahme von Fotos im RAW Format:

https://dashcamtalk.com/forum/threads/the-definitive-xiaomi-yi-raw-guide.13079/

Es gibt aber einige Dinge zu beachten, die ich einmal zusammentragen möchte. Vor allem als Referenz für mich selbst 😉

Zuerst einmal: was habe ich eigentlich davon? Na, eigentlich alle Vorteile, die das Fotografieren in RAW so mit sich bringt. Wenn du dich damit nicht auskennst, lass es lieber gleich :-)

Leider unterstützt mein Bildbearbeitungsprogramm (DxO Optics Pro) das RAW-Format der Yi nicht, daher hier nur in DaVinci Resolve:

Das ist das Bild als JPG out-of-camera.

So sieht es standardmäßig als RAW aus.

Die Histogramme sehen dazu so aus (links das JPG, rechts das RAW):

Nach Bearbeitung kann das RAW z.B. so aussehen:

Da ist noch mehr Spielraum, als mit dem JPG.

Aktivierung RAW Modus

Generell ist die Aktivierung des RAW Modus relativ einfach. Man erstellt im Root-Verzeichnis seiner Speicherkarte eine Datei namens autoexec.ash. Darein muss eigentlich nur eine Zeile Code:
t app test debug_dump 14
Wichtig ist aber, dass nach dieser Zeile noch ein einfacher Linefeed (LF, nicht CRLF!) folgt (hier mal die Darstellung in Notepad++):

Am besten also eine fertige ASH herunterladen und modifizieren, oder den Xiaomi Yi Configurator (XYC, von http://www.tawbaware.com/xiaomiyi.htm bzw. https://github.com/alex-agency/XYC) benutzen.

Legt man die Speicherkarte nun in die Kamera ein und macht ein Foto, so wird automatisch eine RAW-Datei zusätzlich zum JPG erzeugt.

Zum Deaktivieren einfach die Datei wieder löschen oder auskommentieren (eine Raute/Hashtag am Zeilenanfang setzen).

Welche Bildmodi möglich und welche nicht möglich ist

Man sollte beachten, dass man der Kamera nach einem Bild genügend Zeit gibt um die Daten auf die Karte zu schreiben. Das dauert meist ein paar Sekunden. Vor allem also nach dem letzten Bild etwas warten bis man die Kamera ausschaltet.

Was die Nutzung der verschiedenen Fotomodi angeht, so habe ich das mal getestet, da nicht alle Modi ein brauchbares RAW erzeugen:

  • Einzelfoto: funktioniert sowohl per Kamera als auch aus der Android App per WLAN
  • Timer: funktioniert sowohl per Kamera als auch aus der Android App per WLAN
  • Burst: braucht mehr Zeit als man ausgewählt hat (sehr schön in der App nachzuverfolgen), produziert aber keine brauchbaren RAW-Dateien (sowohl aus der App als auch bei der Auslösung an der Kamera)
  • Timelapse: bei kurzen Intervallen braucht mehr Zeit als man ausgewählt hat, produziert aber keine brauchbaren RAW-Dateien (sowohl aus der App als auch bei der Auslösung an der Kamera); hierfür gibt es aber einen Workaround, s.u.

Woran erkenne ich brauchbare RAW-Dateien?

Der Einzelfotomodus und der Timermodus produzieren RAW-Dateien, die 31.104 KB groß sind, die anderen beiden Modi produzieren 13.176 KB große Dateien (also rund 31 MB gegen 13 MB). Die 13 MB großen Dateien sind leider bisher nicht so umwandelbar, dass sie weiterverarbeitet werden können. Die sind wohl komprimiert und die Community hat bisher noch nicht herausgefunden mit welchem Verfahren, bzw. wie diese brauchbar gemacht werden können.

Zur Konvertierung der RAW Dateien gibt es nächste Woche einen eigenen Post.

Timelapse in RAW – Workaround

Jetzt erstmal zum Workaround um doch noch RAWs in einem Timelapse zu bekommen. Dazu muss man sich wieder des Skripting bedienen und die autoexec.ash etwas erweitern.

Der beste Anlaufpunkt für Skripte rund um die Yi ist wohl http://nutseynuts.blogspot.de/2015/06/xiaomi-yi-action-cam-custom-scripts.html.

Dort gibt es nicht nur Skripte für HDR-Belichtungen und Timelapse, sondern auch diverse Skripte um die Videoqualität zu verbessern.

Eines davon ist aber RAW LAPSE. Dieses erstellt standardmäßig Belichtungen von 8s im Abstand von weiteren 8s. Einfach herunterladen und die autoexec.ash auf die Kamera kopieren. Wichtig ist noch zu erwähnen, dass die Kamera im Foto-Modus starten muss und nicht im Videomodus (kann in der App über Geräteeinstellungen konfiguriert werden)! Das Skript ist hauptsächlich für Nachtfotos geeignet aufgrund der langen Belichtung. Man kann aber die Belichtung und das Intervall anpassen. Dazu sind zwei Zeilen im Skript relevant:

In Zeile 12 wird die Belichtungszeit eingestellt, in Zeile 21 die Wartezeit (das Intervall in dem aufgenommen werden soll plus die Belichtungszeit).

Die Belichtungszeit ist die 1 am Ende der Zeile und steht für 8s (bzw. 7.9). Folgende Übersicht gibt alle gültigen Werte für die Belichtungszeit aus:

Belichtungszeiten Yi (links Wert, rechts Zeit in Sekunden)
Belichtungszeiten (links Wert, rechts Belichtungszeit in Sekunden)

Die Wartezeit wird in Sekunden angegeben sollte mindestens so lang wie die Belichtungszeit plus 8 Sekunden sein, damit die Kamera genug Zeit hat die RAW-Daten auf die Speicherkarte zu schreiben. Länger kann sie ruhig sein. Kürzer habe ich nicht getestet, wenn es aber mit einer kürzeren Wartezeit nicht funktioniert, einfach mal einen höheren Wert nutzen.

Ich habe z.B. erfolgreich mit einer Belichtung von 1/1002 (Wert 1660) und einer Wartezeit von 8 Sekunden getestet.

Das Problem bei diesem Vorgehen ist, dass man das Skript einmal konfigurieren und auf die Karte kopieren muss und die Aufnahme des Timelapse startet sofort beim Einschalten der Kamera. Man hat keine Möglichkeit nachträglich die Belichtung anzupassen. Man kann sich allerdings per App mit WLAN mit der Kamera verbinden (bei Timeout einfach nochmal versuchen, das WLAN braucht eine Weile bis es fertig ist, da die Kamera ja erstmal ausgelastet ist mit Aufnahmen, je nach Intervall und Belichtungszeit) und so zumindest das Resultat kontrollieren.

Ist nur die Frage: was machen, wenn die Belichtung nicht gut ist?

  1. Der ISO-Wert ist im Skript fest auf 100 eingestellt. Eine Möglichkeit ist also einen anderen Wert oder Auto-ISO einzustellen. Allerdings ist dann auch das Bildrauschen ggf. höher.
  2. Verschiedene Skripte nutzen. Dazu hat man wiederum mehrere Möglichkeiten:
    1. Mehrere SD-Karten (naja, nicht wirklich praktisch)
    2. XIMODE: Diese Skriptsammlung ermöglicht es beim Starten der Kamera ein Skript zu wählen nur durch die Kamera-eigenen Tasten. Mehr dazu im Abschnitt unten.
    3. Zur Laufzeit? Unter https://dashcamtalk.com/forum/threads/yi-plus-a-mod-for-switching-capture-and-recording-modes.14110/ ist mit dem Programm yi_plus eine Möglichkeit beschrieben zur Laufzeit den Aufnahmemodus zu wählen (nicht nur zwischen Foto und Video, sondern auch zwischen Foto-Timelapse oder verschiedenen Video-Modi). Ggf ist es so auch möglich verschiedene andere Dinge zu tun? Da das Programm aber ein C++ ist, dessen Source nicht veröffentlich sind, ist das wohl eher keine Möglichkeit. Aber als Referenz zu yi_plus gibt es hier wohl die verschiedenen Einstellungmöglichkeiten: https://github.com/luckylz2git/Ponerine/blob/master/camerasetting.py

XIMODE

Ist ein wirklich praktisches Tool, das einem erlaubt beim Einschalten der Kamera auszuwählen, welches autoexec.ash-Skript man benutzen möchte. Erhältlich ist es gegen ein Like auf Facebook, Twitter, Googe+ oder eine kleine Spende über Paypal auf https://xs-sol.com/ximode-xiaomi-yi-modes-superview-protune/.

Einige Hinweise von mir dazu:

  • Den Nightlapse Modus finde ich nicht besonders hilfreich, da er nur ein paar Voreinstellungen macht, den Timelapse selbst muss man dann über die App auslösen (oder schon vorher die Kamera so eingestellt haben, dass sie im Foto-Timelapse Modus startet).
  • Im Nightlapse Modus wird auch die RAW Aufnahme aktiviert, was aber zu unbrauchbaren RAWs führt, da nicht die Methode von RAW LAPSE genutzt wird (Schleife im Skript) sondern wie oben beschrieben der interne Timelapse Modus.
  • Custom Skript: Man kann sich lt. Website zwei Custom Skripte anlegen, allerdings ist in der neuesten Version eines davon bereits mit YiMAX Pro (ebenfalls von nutsey) belegt.
  • Generell kann man aber eigentlich jedes Skript mit einem Custom Skript ersetzen indem man das Beispiel Custom Skript kopiert und die jeweiligen voreingestellten überschreibt (Namen belassen, so muss man nichts anderes anpassen).

XIMODE für Timelapse – Möglichkeit 1

Man kann sich dieses Tool auch für Timelapses umbauen, indem man sich einfach verschiedene Eintstellungen (ISO, Belichtungszeit, Intervall) vordefiniert.

So kann man sich auch verschiedene Belichtungen anlegen und per WLAN kontrollieren ob einem die Belichtung gefällt. Da gibt es auch wiederum mehrere Möglichkeiten:

  1. Einfach das normale RAW LAPSE mit verschiedenen Einstellungen in die anderen Skripte kopieren
  2. Eine weitere Möglichkeit wäre sich noch „Prüf-Modi“ anzulegen, in denen man erstmal nicht die Schleife startet, sondern nur ein Foto mit den Einstellungen machen lässt. Dazu kopiert man einfach das normale Skript und kommentiert folgende Zeilen aus (Hastag/Raute):

    So wird ein einziges Bild gemacht und man kann sich dann per App auf die Kamera verbinden und sich dieses ansehen.

XIMODE für Timelapse – Möglichkeit 2

Ein weiteres Feature von XIMODE ist, dass die Möglichkeit gegeben ist direkt auf der Kamera den XYC auszuführen und so eine Konfiguration quasi vom Telefon aus anzulegen / zu verändern. Das habe ich allerdings nicht ausprobiert, da man dafür Telnet auf seinem Handy installieren muss. Dazu hatte ich bisher keine Lust.

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Foto Friday – Import, Ordnerstruktur und Processing

Im Grunde habe ich zwei Kameras, die ich regelmäßig nutze. Natürlich meine Olympus OM-D E-M10 II. Damit fotografiere ich sowohl in RAW als auch in JPG. Außerdem nehme ich damit Videos auf. Die zweite ist meine Action Cam Xiaomi Yi HD. Die erzeugt hauptsächlich natürlich Videodateien, wird aber auch für z.B. Timelapses genutzt. Dafür speichert sie auch sowohl JPGs, als auch ggf. RAW-Dateien (gehe ich im nächsten Post näher drauf ein, ist nicht Standard).

Die Ordnerstrukturen, die ich für Standardprojekte (z.B: Urlaub) immer wieder anlege sind seit längerem dieselben. Folgende Ordner lege ich in einem thematisch benannten Ordner mit Zeitstempel (z.B. 2016-04-10 Sonnenuntergang Balkon) an:

  • OOC: Hier kommen die JPEGs „Out of camera“ rein. Falls es mal schnell gehen muss habe ich die dann sofort zur Hand.
  • RAW: Hier kommen die RAW-Dateien (bei Olympus heißen die ORF) rein.
  • Video: Na, was wohl? Videodateien natürlich.
  • DxO: In den Ordner kommen die fertigen Bilder, die ich mit DxO exportiere.
  • HDR_Input: Input für die Erstellung von HDRs z.B. TIFs für die Nutzung in der Google Nik Collection, wie in einem vorherigen Beitrag schonmal beschrieben
  • HDR_Output: Hier kommen dann fertige HDRs rein.
  • Pano_Input: wie HDR, nur für Panoramas
  • Pano_Output: wie HDR, nur für Panoramas
  • Temp: hierein kommen ggf. temporäre Dateien

Bisher habe ich Video-Projekte und Foto-Projekte noch getrennt, aber ich überlege, ob ich das weiterhin so strikt trenne, da ich immer öfter auch Fotos in den Video-Projekten nutze (z.B: Timelapses oder einfach normale Fotos in einem Urlaubsvideo). Dann würden wohl noch zusätzliche Ordner hinzukommen. Bisher habe ich pro Kamera einen Unterordner angelegt, wenn ich mit mehreren Kameras aufgenommen habe. Wenn die Shoots von mehreren Karten kommen dann lege ich darunter jeweils noch z.B. Tagesordner an. Aber generell würde das wohl bedeuten, dass folgende Ordner noch hinzukommen würden:

  • Audio: Im Projekt genutzte Audio-Dateien (z.B. Musikuntermalung, bei meinen Band-Auftritten auch gerne mal ein Mitschnitt)
  • Video_Project: Die Projekt-Dateien (bei Sony Vegas sind das .veg-Dateien. Bei DaVinci Resolve wird das in einer Datenbank gesichert. Da muss ich nochmal schauen, wie man das sichern kann)
  • Video_Input: Würde den normalen Video-Ordner ersetzen und entsprechende Unterordner besitzen
  • Video_Output: Hier kommen die fertig gerenderten Videos rein

Meine Idee ist eigentlich das Ganze zu automatisieren, da es doch etwas aufwändig ist. Was man natürlich schlecht automatisieren kann ist der HDR- und Pano-Input. Aber das Aufteilen in die Ordner OOC, RAW und Video ist doch etwas mühselig. Für die Yi Cam ist weiterhin ein weiteres Processing der RAW-Bilder notwendig um sie nutzen zu können (zumindest in DaVinci Resolve kann ich sie dann nutzen, DxO Optics Pro unterstützt das Format leider nicht). Das könnte man auch gleich erledigen.

Was den automatisierten Import etwas erschwert ist die Tatsache, dass ich nicht immer alle Fotos von der Karte importieren möchte oder auch mal mehrere verschiedene Themenordner anlegen will. Das schreit also nach einem User Interface, mit dem ich das automatisieren kann.

Ich gehe erstmal davon aus, dass ich Fotos eines Tages auch zusammen verarbeiten will. Für den Sonderfall, dass an einem Tag mehrere Themen anfallen würde ich das manuell wieder auseinander dröseln. Also sollte mir das Interface erstmal die Bilder in einer Übersicht nach Tagen anzeigen. Dann möchte ich neue Projektordner anlegen und benennen können. Es fehlt dann nur noch die Zuordnung des Shooting-Tages zum Projekt und dann sollen automatisch alle Dateien in die entsprechenden Unterordner im Projektordner kopiert oder verschoben werden (auswählbar). Allerdings muss ich mir noch überlegen, was ich mit Projekten mache, die aus mehreren Kameras aufgenommen wurden. Ggf. noch Unterordner in den OOC- und RAW-Ordnern

Der Timestamp im Ordnernamen des Projektes soll automatisch angelegt werden: bei einem Tag soll nur der eine Tag genommen werden, z.B. 2017-02-15. Wenn mehrere Tage abgedeckt sind, soll der Monat genutzt werden, z.B. 2017-02).

Das Programm soll bestenfalls automatisch starten, wenn eine entsprechende SD-Karte eingelegt wird. Das ließe sich z.B. an der Ordnerstruktur erkennen, zudem auch aus den EXIF Daten der Bilder. Wird wohl eine Kombination von beiden werden.

Bei den Yi-Daten soll dann auch automatisch das Post-Processing stattfinden.

Klingt eigentlich nach einem machbaren Projekt, oder? Ich werde zusehen, was ich erreiche und dann hier ein Update geben.

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Foto Friday – Integration der Google Nik Collection in DxO Optics Pro

Heute geht es darum, wie man die Google Nik Collection in einen Workflow mit DxO Optics Pro einbinden kann.

Wer sich übrigens beeilt und eine nicht ganz so aktuelle Kamera sein eigen nennt, kann DxO Optics Pro in der Version 9 (aktuell ist 11) kostenlos beziehen (der Hersteller nutzt das immer so ein bisschen als Köder dann vielleicht doch die aktuelle Version zu kaufen). E-Mail Adresse reicht, die Aktion läuft aber nur noch bis 28.02.2017: http://www.dxo.com/us/digitalcamerauk

Da die Google Nik Collection eigentlich als Plugins für z.B Photoshop gedacht ist und DxO Optics Pro nativ nicht unterstütz wird muss man sich eines kleinen Workarounds behelfen. Das heißt aber leider auch, dass man alle Tools eigentlich nur als letzten Schritt in der Bearbeitungskette nutzen kann.

Einfacher Workflow

Hier mal der einfachste Workflow am Beispiel HDR Efex Pro 2:

In DxO Optics Pro bearbeitet man ganz normal seine Bilder und macht entsprechende Korrekturen. Statt aber dann einen normalen Export auf die Festplatte zu machen, kann man „Export in Applikation“ auswählen:

Hier sollte man dann das TIFF-Format auswählen (welche Qualität muss jeder selbst für sich entscheiden).

Der Export ohne Konvertierung (also Übergabe der ORF – Olympus RAW Files) ergibt den Fehler, dass die Eingangsbilder nicht geladen werden konnten:

Ein Export als DNG funktioniert generell auch, endet aber mit einer Warnung, dass kein Farbprofil zugewiesen ist, was zu vermidnerter Bildqualität führen kann und es auch tut (das Bild war grottig verpixelt):

Die Intermediate-Dateien erstellt er generell im selben Ordner wie die Originale. Sie werden danach auch nicht automatisch aufgeräumt (wäre auch nicht gut, da einige der Programme ihre Änderungen direkt auf den Dateien überschreiben, s.u.).

Schön ist auch, dass DxO sich die bereits genutzten Applikationen merkt sodass man nicht immer wieder neu im Programme-Ordner navigieren muss:

Besonderheiten

So können generell alle Programme aus der Nik Collection genutzt werden. Dabei sollten aber die Besonderheiten beim Speichern beachtet werden (Quelle ist entweder eigenes Testen oder (https://bernd.distler.ws/archives/1833-Google-NIK-Collection-problematische-Stand-Alone-Nutzung.html) :

Viveza, Sharpener und Dfine überschreiben beim Speichern die Originaldatei (es gibt auch kein Datei-Menü wo ein „Speichern unter…“ möglich wäre).

Genauso überschreibt Analog Efex Pro ungefragt das Originalbild.

Color Efex Pro und Silver Efex Pro überschreiben zwar nicht, speichern aber wohl nur neue Versionen mit einer Dateiendung wie z.B. bild.jpeg_tmp. So steht es zumindest auf der oben referenzierten Seite. Bei mir ist das Bild noch mit normaler Dateierweiterung im Windows Explorer zu sehen, aber DxO zeigt es mit der Erweiterung tif_tmp2 an:

Auch erkennt es dafür kein optisches DxO-Modul mehr.

Bei den Programmen, die keinen eigenen „Speichern unter…“-Dialog haben, wird wie schon beschrieben das Ursprungsbild überschrieben (was ja nicht schlimm ist, da es ja ein eigens dafür Erstelltes TIF ist) und sobald man auf „Speichern“ drückt, ist man auch wieder in DxO Optics Pro gelandet. Hier muss man dann ggf. den Ordner einmal aktualisieren und kann dann von da aus in alle weiteren Formate wie gewohnt exportieren.

Erweiterter Workflow

Da ich allerdings ungern die TIFFs behalten will und im Moment eigentlich eh nur HDR Efex Pro 2 aus der Collection nutze um HDRs zu erstellen, gehe ich noch einen leicht anderen Weg.

Statt direkt den Export in die Applikation zu machen, mache ich zuerst einen Export auf die Festplatte in einen Unterordner namens „HDR_Input“ (meine Ordnerstruktur erkläre ich in einem späteren Post mal):

Hierfür kann man sich auch ein Preset anlegen (bzw. es existiert standardmäßig für TIFFs), sodass man dann nur noch den Ordner auswählen muss.

Dann kann man in den Ordner wechseln, dort die Bilder markieren und dann einen Export in die Applikation machen. Dort hat man nur noch die Wahl die Dateien ohne Entwicklung zu exportieren:

Dann wird aber direkt HDR Efex geöffnet.

Dasselbe kann man auch mit einem temp- oder intermediate-Ordner für die anderen Programme machen. Dann kann man nach erfolgreichem Export ins Zielformat ganz gemütlich die Intermediates löschen.

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Foto Friday – HDR Software

Heute startet eine neue Serie: der Foto Friday – grammatikalisch wieder nicht so ganz korrekt, aber naja. Foto Freitag klingt so langweilig. Los geht es mit Software um HDRs zu erstellen, zukünftig gibt es dann immer mehr Infos zu meinem Fotoworkflow (ein paar Themen habe ich schon im Kopf) aber dann irgendwann bestimmt auch zu Aufnahmetechniken, Ergebnisse von Photowalks oder sonstiges rund um das Thema Foto.

Da ich ab und an einmal HDRs mache, habe ich mich mal wieder mit dem Thema Software beschäftigt und geschaut, was da aktuell so im Markt verfügbar ist. Voraussetzung: es muss kostenlos sein.

Gefunden habe ich

  • Luminance HDR
  • Picturenaut 3
  • Google Nik Collection – HDR Efex Pro

Die habe ich alle mal installiert und mit einem Beispiel getestet.

Der Testfall

Zum Testen habe ich eine, zugegebenermaßen nicht sonderlich gute, Belichtungsreihe aus meinem Urlaub in Südfrankreich genommen. Hier mal die JPGs out-of-camera, ich habe soweit möglich aber auch die RAWs genutzt.

Man sieht schon, dass das Neutralbild ziemlich dunkel ist und so sind die Belichtungen mit -6 EV und -4 EV fast komplett schwarz. Das verursacht bei den Programmen Probleme, weswegen ich zusätzlich noch immer einen Test mit nur 4 Fotos (0 EV bis +6 EV) gemacht habe.

Ich hab bei jedem Programm soweit vorhanden die automatische Ausrichtung gewählt und das Anti-Ghosting (die Bilder sind aus der Hand gemacht worden).

Im Folgenden meine Erkenntnisse:

Luminance HDR

Für Linux wird das Programm weiterentwickelt und kann über github bezogen und kompiliert werden: https://github.com/LuminanceHDR/LuminanceHDR

Die letzte Windows Version gibt es hier: http://qtpfsgui.sourceforge.net/

Da ich auf dem Desktop Windows nutze, habe ich natürlich die Windows-Version installiert. Es gibt einen Assistenten, der einen sehr gut durch den Prozess führt.

Luminance HDR Assitent
Luminance HDR Assitent

Der Assitent fragt einen nach einem Profil, welches genutzt werden soll. Die sind allerdings relativ nichtssagend. Also habe ich erstmal Profil 1 gewählt. Nach erfolgreichem Prozessieren der Daten sah das Bild bei mir erstmal recht pixelig aus. Das lag an der voreingestellten Bildgröße von 256×193, die man aber umstellen kann:

Nach einem Klick auf „Anwenden“ und einer Neuberechnung sieht das Ergbenis auch schon deutlich besser aus.

Die Version aus allen Bildern ist allerdings ziemlich verrauscht. Woran auch immer das liegt:

Luminance HDR 8 Fotos Standardausgabe
Luminance HDR 7 Fotos Standardausgabe

Hier nochmal eine Vergrößerung:

Luminance HDR 8 Fotos Standardausgabe (Vergrößerung)
Luminance HDR 7 Fotos Standardausgabe (Vergrößerung)

Mit 4 Fotos ist es schon besser. Die Standardausgabe sieht wie folgt aus:

Luminance HDR 4 Fotos Standardausgabe
Luminance HDR 4 Fotos Standardausgabe

Das Beste was ich herausbekommen habe ist:

Luminance HDR 4 Fotos optimiert
Luminance HDR 4 Fotos optimiert

Die nachträglichen Einstellungsmöglichkeiten haben mich aber irgendwie nicht überzeugt. Es gibt verschiedene Operatoren mit jeweils verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten aber was mit ganz wichtig ist: Intuitiv ist anders.

Picturenaut 3

http://www.hdrlabs.com/picturenaut/index.html

Auch Picturenaut hat einen Assistenten:

Picturenaut Assistent
Picturenaut Assistent

Hier bekomme ich ein ziemlich rotstichiges HDR aus den RAWs (die Ergebnisse aus den JPGs sind aber auch nicht überzeugend), erst wenn ich noch ein Tone-Mapping einstelle, sieht das Bild okay aus:

Picturenaut 4 Fotos mit Tonemapping
Picturenaut 4 Fotos mit Tonemapping

Einmal ein Tone-Mapping gemacht muss man das erst wieder rückgängig machen um Änderungen vorzunehmen.

Was aber sofort auffällt ist, dass das Anti-Ghosting nicht sonderlich gut funktioniert

Picturenaut Ghosting Vergrößerung 1
Picturenaut Ghosting Vergrößerung 1
Picturenaut Ghosting Vergrößerung 2
Picturenaut Ghosting Vergrößerung 2

Das macht das Bild ziemlich unbrauchbar.

Die Einstellungsmöglichkeiten sind auch ziemlich begrenzt.

Google Nik Collection – HDR Efex Pro

https://www.google.com/nikcollection/products/hdr-efex-pro/

Schonmal vorweg: das ist mein Testsieger und damit werde ich in Zukunft auch meine HDRs erstellen. Trotz einiger Nachteile:

  • Es werden nur JPG und TIFF als Eingangsformat unterstützt (aber da ich ja für das RAW-Processing eh ein anderes Tool nutze…)
  • Es ist eigentlich nicht unbedingt als Standalone Software gedacht, sondern als Plugin für andere Programme. Leider unterstützt DxO Optics Pro das nicht unbedingt von Haus aus (aber es gibt einen ganz netten Workaround, dazu gibt es nächste Woche einen ausführlichen Post)
  • Das ist auch der Grund, warum man das Programm nach der Installation nicht im Startmenü findet, sondern erst in den Ordner „C:\Program Files\Google\Nik Collection\HDR Efex Pro 2“ navigieren muss. Dort finden sich dann die 32-bit und im Unterordner auch die 64-bit Exe.
  • Der Standardspeicherort ist der Dokumente-Ordner mit einem Standardnamen. Das macht er, wenn man den recht prominenten Speicher-Button in der unteren rechten Ecke drückt. Nutzt man das Datei-Menü und wählt „Bild speichern unter…“ oder drückt alternativ Strg-S, dann kann man einen Namen und Speicherort wählen.

Der Workflow ist aber dann recht einfach: man geht auf Datei -> Bild öffnen und wählt die Referenzbilder aus. Dann kommt der Assistent:

HDR Efex Pro 2 Assistent
HDR Efex Pro 2 Assistent

Hier hat man nur wenige Optionen (Ausrichtung, Ghosting-Reduzierung und Reduzierung von Chromatischen Aberrationen), kann aber ein Referenzbild für die Ghosting-Reduzierung auswählen und auch mit dem unteren Schieberegler die Grundbelichtung anpassen. Nach einem Klick auf „HDR Erstellen“ bekommt man dann schon ein recht hübsches HDR präsentiert. Man hat noch die Wahl zwischen ziemlich vielen Voreinstellungen auf der linken und kann noch diverse Einstellungen auf der rechten Seite machen (darunter Tonwert-Korrekturen, Farb-Korrekturen, aber z.B. auch weitergehende Dinge wie das Hinzufügen von Vignetten):

HDR Efex Pro 2 Oberfläche
HDR Efex Pro 2 Oberfläche

HDR Efex ist auch das einzige Programm, dass es geschafft hat aus allen 7 Bildern ein vernünftiges HDR zu erzeugen:

HDR Efex Pro 2 7 Fotos Standardausgabe
HDR Efex Pro 2 7 Fotos Standardausgabe

Die Verwendung von nur 4 Fotos erzeugt dann mit einem entsprechenden Standardprofil ein sehr natürliches und ausgeglichenes HDR:

HDR Efex Pro 2 4 Fotos Standardausgabe
HDR Efex Pro 2 4 Fotos Standardausgabe

Man kann es dann natürlich mit allen Einstellungen noch übertreiben:

HDR Efex Pro 2 4 Fotos Variante
HDR Efex Pro 2 4 Fotos Variante

Dazu kommt noch, dass mit der Nik Collection noch diverse andere Programme mitgeliefert werden. Die haben allerdings alle ein anderes Verhalten (hier mal der Vollständigkeit halber, Quelle ist entweder eigenes Testen oder (https://bernd.distler.ws/archives/1833-Google-NIK-Collection-problematische-Stand-Alone-Nutzung.html) :

Viveza, Sharpener und Dfine können nur mit einem Trick (Bild im Windows Explorer auswählen, dann im Kontextmenü „Öffnen mit…“ auswählen und die entsprechende Exe auswählen) im Standalone Betrieb genutzt werden. Bei diesem wird beim Speichern die Originaldatei gnadenlos überschrieben (es gibt auch kein Datei-Menü wo ein „Speichern unter…“ möglich wäre).

Genauso überschreibt Analog Efex Pro ungefragt das Originalbild.

Color Efex Pro und Silver Efex Pro überschreiben zwar nicht, speichern aber wohl nur neue Versionen mit einer Dateiendung wie z.B. bild.jpeg_tmp. So ist dann auch noch mehr Nacharbeit notwendig.

Integration der Google Nik Collection in DxO Optics Pro

Wie schon angedeutet kommt in der nächsten Woche dann ein Post, wie ich die Nik Collection ordentlich in meinen DxO Optics Pro eingebunden habe.